Meine musik

Musik war schon immer da. Nicht laut, nicht aufdringlich, eher wie ein vertrauter Geruch in einem alten Haus – etwas, das man nicht wirklich bemerkt, bis man mal kurz innehalten muss. Vielleicht liegt das an meinem Ururgroßvater, einem Komponisten, von dem man in der Familie sagt, dass er seinen Konzertflügel wie einen Verbündeten behandelte. Dieser Flügel, ein echter Klotz, steht bis heute im Wohnzimmer meiner Oma. Als Kind war ich ständig davor, habe Tasten gedrückt, die eigentlich keine Töne machen sollten, und dabei gedacht: Das ist irgendwie meins.  


Mit sechs ging’s los – Klavierunterricht. Kein Zwang, ganz freiwillig. Ich wollte wissen, was dieses Instrument kann, und blieb dran. Klassisch, logisch. Später dann modernere Stücke, Filmmusik, was mich eben gerade begeisterte. Über zehn Jahre habe ich gespielt, geübt, Konzerte gegeben. Das Centre Bagatelle in Berlin – ich erinnere mich noch gut. Ein Mikro-Universum von Applaus, nervösen Fingern und diesem eigenartigen Glück, das nur eintritt, wenn etwas wirklich gelingt.  


Aber Klavier war nur der Anfang. In der Schule kam irgendwann elektronische Musik dazu. Erst die anderen Sachen hören, dann selbst probieren. Tracks mischen, auflegen, den Sound in Bewegung bringen. Mein erstes eigenes Projekt hieß „Supermans Lieblingsmusik“. Ein bisschen House, ein bisschen Trance, aber vor allem: meins.  


2022 dann der Moment, der alles irgendwie öffnete. Ich fing an, meine Musik unter dem Namen Hatmaker auf Streamingplattformen hochzuladen. Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern leise, fast wie ein Test. Die Resonanz? Gut. Aber eigentlich ging es mir immer mehr darum, Musik zu machen, die mich selbst begeistert. Dieses Basteln an Klangwelten, die noch nicht fertig sind, aber trotzdem schon sagen, was sie wollen.  


Und so geht es weiter. Ob ich spiele, auflege oder einfach nur neue Sachen ausprobiere, ist dabei egal. Musik bleibt, verändert sich, und ich bin froh, mit ihr immer noch auf dem Weg zu sein.

Später ergab sich etwas Neues. Mit Kokoschinski, einem guten Freund und genauso musikbegeisterten Mitstreiter, entstand THE HULA WHOOPS. Ein gemeinsames Projekt, das aus vielen Ideen und Abenden hervorging, an denen der Klang mehr zählte als die Worte. Unsere Musik fanden wir schließlich im Label Eppendorfer Klangmanufaktur wieder – ein Zuhause, das unseren Songs die passende Bühne gibt, ohne viel Aufhebens. 

2024 war ein Jahr, das leise Spuren hinterließ. Unter Hatmaker fanden meine Stücke knapp 40.000 Streams in über 55 Ländern. Mit THE HULA WHOOPS waren es sogar 66.000 Streams in 68 Ländern. Zahlen, die auf den ersten Blick vielleicht nüchtern wirken, mich aber tief berühren. Nicht wegen ihres Umfangs, sondern weil sie zeigen, dass unsere Musik gehört wird, irgendwo da draußen. Das ist es, was mich weiter antreibt. Stück für Stück, Klang für Klang.

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